Bericht vom 9. Sanivita PartnerForum
Es war ein ereignisreicher Tag für die Teilnehmer und Veranstalter des Sanivita PartnerForums, welches am 16. März im Maritim Airport Hotel in Hannover stattfand. Während der Winter sich draußen noch einmal zurückmeldete, ging es im Saal Hannover in fünf anregenden Vorträgen um ein Kernthema: Wie kann es gelingen, qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu binden. Das Motto war »Erfolgsfaktor Mitarbeiter – Menschen machen den Unterschied«. Durch Fachwissen, Erfahrung und guten Service kann sich der Fachhandel in einem Markt behaupten, in welchem Waren und Dienstleistungen sozusagen »auf Knopfdruck« jederzeit bequem verfügbar sind. Individualität und eigene, vielleicht manchmal auch ungewöhnliche Lösungen, sind gute Argumente für das Fachgeschäft vor Ort und die Fachkompetenz im Internet. Emotionale Verbundenheit ist ein wichtiger Faktor für ein gutes und produktives Betriebsklima – diese Aussage zog sich facettenreich durch alle Vorträge hindurch. Eine gute Arbeitsatmosphäre strahlt gewissermaßen nach außen ab und macht aus einer anonymen Firma einen Ratgeber und Partner auf Augenhöhe für die Kunden und einen attraktiven Arbeitgeber für (neue) Kolleginnen und Mitarbeiter.
Gunther Wolf, Experte für Unternehmensführung
In seinem Vortrag ging der Unternehmensberater Gunther Wolf insbesondere auf die Herausforderungen ein, die der demographische Wandel für den Arbeitsmarkt mit sich bringt. So gab er zu Beginn der Vortragsreihe einen Überblick über die Faktenlage. Seine These ist, dass sich Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt einem starken Wettbewerb ausgesetzt sehen: »Wenn die 100 attraktivsten Arbeitgeber in 11 Jahren, wenn der Jahrgang ´64 in Rente geht, alle Stellen besetzen, dann bleibt für die anderen nichts über«, so Wolf in seinem Vortrag. Wolf empfiehlt, guten Mitarbeitern die Möglichkeit der Identifikation mit dem Unternehmen zu bieten, so dass sie eine möglichst emotionale Bindung eingehen. Denn »Halten und Binden sind zwei verschiedene Dinge«.
Alexander Groth, Führungsexperte und Lehrbeauftragter für Change Leadership
Der Medizinproduktebranche sollte es aufgrund der sich wandelnden Bevölkerungsstruktur eigentlich gut gehen, denn die Unternehmen könnten mit der Zielgruppe wachsen. Dennoch steht auch diese Branche vor großen Herausforderungen und einer erhöhten Komplexität in vielen Bereichen, so Change-Experte Groth. Damit aus den Herausforderungen Chancen erwachsen, müssen sich Unternehmen anpassen. Groth sieht den Schlüssel dazu, dass die Belegschaft beim Wandel einsteigt und mitzieht, nicht in unverbindlichen Angeboten zur Beteiligung. Vielmehr müsse »Dringlichkeit und Betroffenheit« vermittelt werden. Änderungsprozesse dauern, denn wenn sich etwas ändern soll, müssen sich oft Gewohnheiten ändern und das ist schwer. Groths Empfehlung lautet daher: »Finden Sie den kritischen Faktor und fangen Sie damit an«. Außerdem sei es wichtig, einen starken Anfangsimpuls zu setzen, denn »Das Alte muss verlernt werden«. Wichtig sei auch, recht früh im Veränderungsprozess für einen kleinen, sichtbaren Erfolg Sorge zu tragen. Widerstände, so Groth, sind zu erwarten. Sein Appell lautet: »Seien Sie ein Vorbild für das, was Sie von den Leuten fordern«.
Robert Kötter & Marius Kursawe, Work-Life-Romance
Nur 15% der Mitarbeiter sind zufrieden, 70% machen »Dienst nach Vorschrift« und weitere 15% haben sogar bereits innerlich gekündigt – das stellten »Work-Life-Romancer« Robert Kötter und Marius Kursawe zu Beginn Ihres Vortrags fest. Wie lässt sich das ändern, wie kann Motivation gelingen? Mitarbeiter wollen eine »abwechslungsreiche, herausfordernde und sinnstiftende« Tätigkeit – um dies zu erreichen, stehen einige Hilfsmittel zur Verfügung. So hatten die Referenten einen Werkzeugkasten dabei, den sie im weiteren Verlauf mit nützlichen Instrumenten zur Förderung der Arbeitsfreude füllten.
Der Work-Life-Romance-Werkzeugkasten enthält:
- Einen Kompass, um eine Richtung vorzugeben, Sinn und Orientierung zu bieten.
- Kitt um Menschen zusammen zu bringen. Eine wichtige Komponente dieses sozialen Klebers ist Vertrauen.
- Seifenblasen stehen für die Neugier. Nach Howard Gardener ist der Drang, etwas erfahren zu wollen, ein Impuls, der Menschen zu großen Leistungen anspornen kann. Gleichzeitig stellt sich immer wieder ein Glücksgefühl ein, weil Ziel der Arbeit und persönliches Interesse in weiten Teilen übereinstimmen
- Pflaster – sie sind ein Symbol dafür, etwas Gutes zu tun und anderen zu helfen. Mit einem sozialen Projekt können zum Beispiel im Team Spenden gesammelt werden.
- Das Seil steht für den Zusammenhalt der Generationen.
- Ein Fernglas symbolisiert die gemeinsamen zukünftigen Ziele, die Sie sich setzen.
- Walkie-Talkies stehen für die Kommunikation untereinander und den regelmäßigen Austausch. Mit diesen Funkgeräten kann immer nur einer sprechen, während der andere zuhört. So entsteht ein Gespräch im wechselseitigen Dialog.
- Ein Hammer gehört in jeden Werkzeugkasten. Er steht für das Erleben von Selbstwirksamkeit und den Blick auf das Gesamtprodukt.
- Ein Luftballon, welcher für das Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeiter steht. Durch zu viel Kontrolle ist hier ganz schnell die Luft raus.
- Ihr Spezialwerkzeug – welches Werkzeug für Sie das wichtigste ist, ist abhängig von der Situation und der bevorzugten Vorgehensweise.
Cornelia Brodeßer, Schulungsexpertin für Rollatoren
In ihrem engagierten Vortrag demonstrierte Cornelia Brodeßer anhand vieler Beispiele, welche Details bei der Auswahl und Nutzung eines Rollators wichtig sind und wie sich Fehler in der Beratung vermeiden lassen. Immer wieder verwies die Schulungsexpertin für Rollatoren auf die Stärken des Fachhandels im Vergleich zu Discountern oder großen Massenanbietern im Internet. Ihre Empfehlung lautet, unbedingt auch die Nutzerin oder den Nutzer des Hilfsmittels in die Entscheidung einzubinden, denn »oft wird der Rollator beschafft und hingestellt und der Mensch, der ihn benutzen soll, ist gar nicht beteiligt«, so Brodeßer. An den Fachhandel gerichtet sagte sie »es ist unsere Aufgabe, den Kunden zu sensibilisieren, welcher Service dahinter steckt« – Service, der für die Kunden einen so großen Mehrwert bietet, dass sie die individuelle Beratung dem Billigangebot vorziehen. Bei Rollator-Trainings, z.B. aus Anlass landesweit stattfindender Rollatortage, können potentielle Nutzer, aber auch ihre Freunde und Angehörigen, die verschiedenen Modelle kennenlernen und auf einem Parcours die Anwendung erleben. Der Rollator ist ein Mobilitätshelfer und ein Trainingsgerät, welches die Eigenständigkeit und Selbstbestimmung unterstützt und die soziale Eingebundenheit fördert. Deshalb muss dieses wichtige Werkzeug passen wie ein gutes Paar Schuhe, bei welchen auch nicht jeder Anwender dasselbe Modell trägt.
Armin Nagel, Serviceexperte
Frei nach dem Motto »Service darf auch Spaß machen« griff der letzte Vortragende, der Service-Comedian Armin Nagel, den Gedanken von Service als Mehrwert auf und ging in seiner amüsanten Präsentation auch immer wieder auf Kernthemen des Tages ein. »Kunden und Mitarbeiter wollen ernst genommen werden und auf Augenhöhe kommunizieren«, so Nagel. Eine humorvolle Herangehensweise schadet aber überhaupt nicht, dass zeigte Nagel in vielen Beispielen. Denn – auch dies war in den verschiedenen Vorträgen immer wieder zu hören – positive Gefühle, die mit der Arbeit in Verbindung gebracht werden, erleichtern die Identifikation mit der eigenen Aufgabe und fördern die Motivation des Einzelnen und des Teams.
In den Pausen nutzten viele Teilnehmer die Gelegenheit, sich am Sanivita Marketingstand direkt zu informieren. Hier ging es etwa um die Verlinkung von der eigenen Internetseite aus. Auch die neue Möglichkeit, Provisionen und Umsätze direkt einsehen zu können, stieß auf reges Interesse. Die neue, erweiterte Produktsuche wurde ebenfalls vorgestellt und Details erklärt, wie etwa die Synonymensuche und die Option, Produkte bereits in der Suche mit Produktbild zu präsentieren. Außerdem konnten die Besucher hier den Elektro-Scooter MovingStar 101 und den Mobilitätsroller ATTO Probe fahren.
Auch die Firma OMRON war mit einem eigenen Stand vor Ort. Neben den intelligenten Blutdruckmessgeräten mit 360°-Manschette fanden insbesondere die leisen Inhalationsgeräte Beachtung. Nach der Übernahme des deutschlandweiten Vertriebs für OMRON Produkte durch RUSSKA Anfang März werden die Medizinprodukte des japanischen Herstellers in Kürze auch im Sanivita Online-Shop angeboten.
Nach einem Tag voller Impulse und Ideen verließen die Besucher des 9. Sanivita PartnerForums am späten Nachmittag gut gelaunt das Maritim Airport Hotel. Auch wir haben aus den Gesprächen viele Anregungen bekommen und würden uns freuen, Sie auch im nächsten Jahr zum Jubiläums-Forum wieder begrüßen zu dürfen.